Netzsperren & IP-Blocking: So geht die GGL gegen illegale Spielhallen vor
Eine Online-Spielhalle ist in Deutschland nicht deshalb legal, weil ihre Website erreichbar ist. Unerlaubte Glücksspielangebote können trotz fehlender deutscher Erlaubnis im Netz auftauchen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nutzt deshalb verschiedene Vollzugsinstrumente gegen illegales Glücksspiel – darunter auch Netzsperren beziehungsweise IP-Blocking.

Für Spieler ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Eine erreichbare Website ist kein Legalitätsnachweis und eine gesperrte Website ist umgekehrt nicht die einzige Möglichkeit, einen illegalen Anbieter zu erkennen. Entscheidend ist, ob das konkrete Glücksspielangebot eine deutsche Erlaubnis besitzt.
Was bedeutet IP-Blocking bei Online-Spielhallen?
Beim IP-Blocking beziehungsweise einer Netzsperre wird der Zugang zu einem unerlaubten Glücksspielangebot auf technischer Ebene erschwert oder gesperrt. Die GGL beschreibt Netzsperren als eines von mehreren Instrumenten zur Bekämpfung illegalen Glücksspiels im Internet.
Nach Angaben der GGL kommt dieses Instrument insbesondere in Betracht, wenn ein unerlaubter Glücksspielanbieter einer Untersagung nicht nachkommt oder Maßnahmen unmittelbar gegenüber dem Anbieter nicht durchführbar beziehungsweise nicht erfolgversprechend sind.
Wann setzt die GGL Netzsperren ein?
Eine Netzsperre ist nicht der erste automatische Schritt gegen jede problematische Website. Die Behörde kann zunächst gegen den Betreiber des unerlaubten Angebots vorgehen. Bleibt das Angebot dennoch erreichbar, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen weitere Vollzugsmaßnahmen folgen.
- Die GGL identifiziert ein unerlaubtes Glücksspielangebot.
- Gegen den Anbieter können Untersagungs- und Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet werden.
- Reichen Maßnahmen gegen den Betreiber nicht aus, kann eine Netzsperre als weiteres Instrument in Betracht kommen.
- Dabei können Zugangsvermittler beziehungsweise Internet-Service-Provider einbezogen werden.
Die GGL verweist für Netzsperren auf die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 und beschreibt außerdem verwaltungsrechtliche Verfahren gegenüber den betroffenen Diensteanbietern.

Warum eine erreichbare Spielhalle trotzdem illegal sein kann
Netzsperren sind ein Vollzugsinstrument – kein vollständiges Verzeichnis aller illegalen Glücksspielseiten. Deshalb kann ein unerlaubtes Angebot zeitweise weiterhin aus Deutschland erreichbar sein. Spieler sollten die Legalität nicht daraus ableiten, ob eine Domain technisch funktioniert.
Der sicherere Ausgangspunkt ist die deutsche Erlaubnis. Die GGL führt erlaubte Glücksspielangebote in ihrer amtlichen Whitelist. Wer einen Anbieter nicht eindeutig einordnen kann, sollte vor Registrierung oder Einzahlung prüfen, ob Anbieter und verwendete Domain dort tatsächlich aufgeführt sind.
Netzsperre, Payment-Blocking und Untersagung: der Unterschied
| Maßnahme | Worum geht es? | Was merkt der Spieler? |
|---|---|---|
| Untersagung | Behördliches Vorgehen gegen das unerlaubte Glücksspielangebot beziehungsweise den Anbieter. | Das Angebot kann eingestellt oder verändert werden. |
| Netzsperre / IP-Blocking | Zugang zu einem unerlaubten Angebot kann unter gesetzlichen Voraussetzungen über beteiligte Diensteanbieter gesperrt werden. | Die Website oder Teile des Angebots können nicht mehr erreichbar sein. |
| Payment-Blocking | Zahlungsdienstleister können in Maßnahmen gegen Zahlungsströme zu illegalem Glücksspiel einbezogen werden. | Ein- oder Auszahlungen können nicht mehr über bestimmte Zahlungswege möglich sein. |
Was sollten Spieler konkret prüfen?
- Deutsche Erlaubnis prüfen: Nicht auf Lizenzlogos oder Werbetexte verlassen.
- Domain kontrollieren: Der Name eines bekannten Anbieters allein reicht nicht; die konkrete Domain muss zum erlaubten Angebot passen.
- GGL-Whitelist nutzen: Die amtliche Übersicht ist der zentrale Ausgangspunkt zur Prüfung legaler Angebote.
- Keine Einzahlung bei Zweifel: Bei unklarer Regulierung nicht erst Geld einzahlen und danach recherchieren.
- Regeln legaler Spielhallen kennen: Spielerschutz, Limits und Sperrsysteme gehören zum regulierten deutschen Markt.
Eine Übersicht der auf ComischeCasinos geführten und redaktionell eingeordneten Anbieter findest du in unserer Spielhallen-Übersicht. Informationen zu anbieterübergreifenden Limits und LUGAS findest du außerdem in unseren FAQ zur Limit- und Aktivitätsdatei.
Was sagt die GGL selbst zu Netzsperren?
Die GGL erklärt in ihren offiziellen FAQ, dass Netzsperren beziehungsweise IP-Blocking zum Einsatz kommen können, wenn unerlaubte Glücksspielanbieter trotz Untersagung ihr Angebot nicht einstellen oder Maßnahmen gegen den Betreiber nicht erfolgversprechend sind. Die Behörde nennt Netzsperren außerdem neben Untersagungsverfahren, Zahlungsuntersagungen und weiteren Maßnahmen als Teil ihres Vorgehens gegen illegales Glücksspiel.
Quelle: GGL – FAQ zu Netzsperren / IP-Blocking.
FAQ zu Netzsperren und IP-Blocking
Ist jede erreichbare Online-Spielhalle automatisch legal?
Nein. Die technische Erreichbarkeit einer Website sagt nichts darüber aus, ob das Glücksspielangebot eine deutsche Erlaubnis besitzt.
Wer entscheidet über Netzsperren gegen illegale Glücksspielangebote?
Die GGL ist im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Bekämpfung unerlaubten Online-Glücksspiels verantwortlich und kann die im Glücksspielrecht vorgesehenen Vollzugsinstrumente einsetzen.
Ist IP-Blocking dasselbe wie die GGL-Whitelist?
Nein. Die Whitelist zeigt erlaubte Glücksspielangebote. IP-Blocking ist dagegen eine mögliche Vollzugsmaßnahme gegen unerlaubte Angebote.
Kann eine illegale Spielhalle trotz Netzsperren noch erreichbar sein?
Ja, das ist möglich. Netzsperren greifen nicht automatisch für jedes unerlaubte Angebot. Deshalb sollte die Legalität immer anhand der deutschen Erlaubnis geprüft werden.
Was ist Payment-Blocking?
Payment-Blocking bezeichnet Maßnahmen gegen Zahlungsströme im Zusammenhang mit unerlaubtem Glücksspiel. Es ist vom technischen Sperren des Zugangs zu einer Website zu unterscheiden.
Fazit: IP-Blocking hilft – die eigene Prüfung bleibt wichtig
Netzsperren sind ein wichtiges Werkzeug gegen illegale Online-Spielhallen, aber kein Ersatz für die eigene Prüfung. Wer spielen möchte, sollte sich nicht an der bloßen Erreichbarkeit einer Website orientieren, sondern an der deutschen Erlaubnis und der amtlichen Whitelist. Genau diese Unterscheidung schützt davor, einen illegalen Anbieter mit einem regulierten Angebot zu verwechseln.




